Bewertungskriterien
Webhosting - Worauf kommt es an?
Webspace
Betreiben Sie nur einen Blog, so genügt Ihnen vermutlich relativ wenig Webspace - erkundigen Sie sich nach dem Speicherplatzbedarf des Skripts oder der Skripte, die sie einsetzen möchten. Und kalkulieren Sie einen ausreichenden Puffer mit ein, damit Sie nicht nach kurzer Zeit an die Grenzen des Speicherplatzes stoßen. (Beispielsweise mit Bildergalerien sammeln sich schnell einige hundert Megabyte an Speicherplatzauslatung an!)
Domains (mehr Infos für Einsteiger dazu auch in unserem FAQ-Eintrag zu Domains)
Inklusivdomains: Bei den meisten Paketen sind bereits Inklusiv-Domain(s) enthalten. Es ist dabei darauf zu achten, welche Endungen inklusive sind. Da .de-Domains am günstigsten von allen Domains bezogen werden können, sind oftmals nur diese enthalten und andere (z.B. .NET oder .COM, etc.) kosten dann extra.
Domainadministration: Erhält der Benutzer Zugriff auf die DNS-Verwaltung, so kann er z.B. Subdomains auf andere IP-Adressen umleiten und somit die Domain auch unter einem anderen Hostingpaket oder auf einem anderen Server nutzen.
Möglichkeit zusätzlicher Domains: Wenn über die Anzahl der im Paket enthaltenen Inklusivdomains hinaus weitere genutzt werden sollen, dann ist zu prüfen, ob dies generell möglich ist bzw. ob dies womöglich Aufpreis kostet. Da einige Lizenzen für Administrationstools wie z.B. Plesk nach der Anzahl an benutzen Domains bezahlt werden müssen, ist es in diesem Fall verständlich, dass der Anbieter für die Aufschaltung weiterer Domains einen Aufpreis verlangen muss.
Zusatzdomainkosten: Sollen gleich oder später mit dem Paket zusätzliche Domains genutzt werden, gilt es vorigen Punkt zu klären und zusätzlich, ob die Preise für Zusatzdomains sich in adäquaten Preisregionen befinden.
Aufschaltung externer Domains: Wenn der Hoster es dem Kunden erlaubt, kostenlos externe Domains auf das Hostingpaket aufzuschalten, dann kann der Kunde z.B. Domains nutzen, die er bereits besitzt (sofern Zugriff auf die DNS-Einstellungen besteht) oder aber Domains günstig bei sogenannten Domainhostern beziehen, was teilweise einen enormen Preisvorteil bringen kann.
Traffic bzw. Datentransfer
In Zeiten von Flatrates und "alles-Inklusive" Angeboten gibt es natürlich auch beim Webhosting solche werbewirksamen Eigenschaften von Tarifen. Allerdings ist Datenverkehr im Internet für die Hoster nicht kostenlos und somit sollten Sie sich hier überlegen, ob Sie wirklich "unlimitierten" Datentransfer benötigen. In den aller meisten Fällen genügen einige wenige GB Traffic bei weitem.
PHP & MySQL Funktionalitäten
Falls Sie dynamische Software (ContentManagementSysteme, Forensysteme, Blogsysteme, etc.) auf ihrem Webspace betreiben möchten, so ist die verbreitetste Skriptsprache "PHP" in Zusammenarbeit mit dem Datenbankensystem "MySQL". Viele Anbieter bieten eine beschränkte Anzahl an MySQL Datenbanken in ihren Paketen an. Es können zwar mehrere Skripte mit einer Datenbank betrieben werden (über Präfixe) - es empfiehlt sich aber zwecks Übersichtlichkeit bei Bedarf mehrere MySQL Datenbanken für mehrere Skripte zu verwenden. Insofern sollten Sie darauf achten, dass genügend MySQL Datenbanken in Ihrem Tarif enhalten sind. Möchte man beispielsweise zu einem Anbieter umziehen und die MySQL Datenbank mitnehmen, so könnte evtl. auch die Upload-Größe, die per PHP Einstellung limitiert ist, relevant sein. Notfalls können die bestehenden Datenbankdateien aber auch mit Hilfe des kleinen Tools MySQLDumper importiert werden, falls das Upload Limit einen direkten Import in PHPMyAdmin nicht zulässt.
Emailfunktionalitäten
Insbesondere in Zeiten von Spam und Viren, die per Email kursieren, ist es empfehlenswert, auf ein Angebot mit Spamfilter und Virenscanner zu achten. Auch der zur Verfügung stehende Speicher für Emails stellt ein wichtiges Entscheidungskriterium dar. Beim Zugriff auf die Emails per IMAP bietet es sich an, die Emails dauerhaft auf dem Emailserver zu archivieren. Im Laufe der Zeit sammeln sich so schnell einige hundert Megabyte an Emails (zum Teil auch mit Anhängen) an. Prüfen Sie und fragen Sie ggf. noch explizit beim Anbieter nach, wieviel Emailspeicher Ihnen zur Verfügung steht.
FTP-Zugänge
Über das FileTransferProtocol können Sie Daten bequem (ähnlich dem Datenhandling mit dem Windowsexplorer) auf Ihren Webspace transferieren. Falls Sie in Unterverzeichnissen anderen Nutzern Webspace zur Verfügung stellen möchten, ist es nötig, dass in dem Webspacepaket zusätzliche FTP-Zugänge anlegbar sind. (Ein empfehlenswertes, kostenloses FTP-Programm ist z.B. Filezilla.)
Cronjobs
Das sind zeitgesteuerte, automatisch ausgeführte, vom Benutzer eingestellte Aufgaben. Zum Beispiel regelmäßige SQL-Backups oder das Wartungsskript eines CMS (z.B. Drupal). Der Benutzer gibt die Zeit (monatlich, täglich oder stündlich, etc.) der Ausführung und Pfad des auszuführenden Skripts an.
Backups
Überlegen Sie sich im Vorfeld, welche Handhabung Sie mit Backups haben möchten. Bei den meisten Anbieter stimmt man mit Vertragsabschluss deren AGBs zu, die Klauseln enthalten, dass der Kunde für Backups verantwortlich ist und im Falle eines Datenverlusts (z.B. nach Festplattendefekt) die Daten noch einmal auf den Webserver hochlädt. Nun ist es aber gerade bei modernen Anwendungen so, dass sich die Daten auf dem Webspace durch Interaktion anderer Nutzer (Foren, Blogs, etc.) verändern und somit eine regelmäßige Datensicherung nötig wird. Es gibt für MySQL Datenbanken nützliche Tools wie den MySQLDumper. Allerdings ist mir kein Tool bekannt, welches vollautomatisch den Inhalt eines kompletten Webspace sichert.
Deshalb empfiehlt es sich auf Backupeigenschaften im Tarif zu achten. Optimal sind sich spiegelnde Festplatten (Raid-1) und zusätzlich Backups auf externe Server.
Die meisten Admintools (Confixx, Plesk, ISPConfig) bieten außerdem die Möglichkeit, gepackte Archive, die alle Webspacedaten enthalten, herunterzuladen - sofern diese Funktion von der Seite des Hosters aktiviert ist - deshalb darauf achten!

